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„The Mask“ auf dem Super Nintendo: Der „Máskara“, der die Videothek eroberte

Das 1995 für das SNES veröffentlichte Spiel „The Mask“ sorgte mit seinem verrückten Máskara, seinem riesigen Hammer und seinem gnadenlosen Schwierigkeitsgrad für einen regelrechten Hype in den brasilianischen Videotheken. Lohnt es sich, heute noch einmal hineinzuschauen?

Nilton Rocha·16. Juli 2026
„The Mask“ auf dem Super Nintendo: Der „Máskara“, der die Videothek eroberte

Es gibt Spiele, an die man sich nicht wegen ihrer herausragenden Qualität erinnert, sondern wegen des Geruchs in der Videothek, wegen der kleinen Schachtel im Regal und wegen des Gefühls, mit der Kassette unter dem Arm nach Hause zu rennen. „The Mask“ – oder „O Máskara“, wie es jeder nannte – ist genau so ein Spiel. Basierend auf dem großartigen Film von 1994 mit Jim Carrey erschien es im Oktober 1995 für das Super Nintendo, entwickelt von Black Pearl Software, dem auf Lizenzadaptionen spezialisierten Label von THQ. Und, mein Freund, wie habe ich dabei meine Spielmünzen verbrannt.

Der „O Máskara“-Hype und die Ära der Filmspiele

Um den Hype zu verstehen, muss man sich daran erinnern, was „O Máskara“ in den 90er Jahren bedeutete. Der Film von Chuck Russell machte Jim Carrey zu einem weltweiten Phänomen: dieses grüne Gesicht, die hervorquellenden Augen, der gelbe Smoking und der Spruch „Somebody stop me!“ waren überall zu sehen. Es gab T-Shirts, Sammelbilder, Zeichentrickfilme. Und natürlich Videospiele, denn in der 16-Bit-Ära wurde jeder Blockbuster zum Videospiel. Aladdin, Der König der Löwen, Jurassic Park, Batman: Was an den Kinokassen einschlug, kam als Spiel auf den Markt. Die Logik war einfach und ein bisschen zynisch, aber sie funktionierte: Der Junge sah den Film, verliebte sich in ihn und bettelte um das Spiel. „The Mask“ ritt erfolgreich auf dieser Welle.

Werde zum Maskara: die verrückten Spielmechaniken

Der große Clou des Spiels war, dass man wirklich zum Máskara werden konnte. Stanley Ipkiss begann ganz normal, doch sobald er die Maske aufsetzte, verwandelte er sich in diese grüne, karikaturhafte Furie voller Schläge, die direkt aus der Welt der Looney Tunes stammten. Der einfache Schlag erfolgte mit riesigen Boxhandschuhen, aber der Reiz lag in den Spezialangriffen: dem kolossalen Hammer, der Gegner wie ein durchgedrehter Woodpecker zermalmte, dem Wirbelsturm, der sich drehte und über den Bildschirm fegte, absurd großen Waffen, die aus dem Nichts auftauchten, und sogar einer lebenden Hupe, um die Handlanger zu betäuben.

All das wurde durch ein cleveres Detail gesteuert: die Energieanzeige der Maske (die „Morph Points“), ein Tacho in der Ecke des Bildschirms. Jede dieser Spielereien verbrauchte Energie, und wenn sie aufgebraucht war, blieb einem nur noch die Faust, bis sich die Anzeige von selbst wieder aufgeladen hatte. Das zwang einen zum dosierten Einsatz: Man konnte nicht einfach wild draufhämmern, sondern musste sich den Wirbelsturm für den richtigen Moment aufheben. Neben den Schlägereien rannte Máskara auch mit Überschallgeschwindigkeit, wurde unsichtbar und schlich sich durch Lüftungsschächte, denn die Level waren weniger wie Rennstrecken und eher wie Labyrinthe, die es zu erkunden galt.

Sechs Level direkt aus dem Film

Die Kampagne führte dich durch sechs Schauplätze, die jeder Fan des Films sofort wiedererkannte: Ipkiss’ Wohnung, die Bank, den Park, das Gefängnis, den Nachtclub und das schicke Viertel. Jeder davon war vollgepackt mit visuellen Anspielungen und jenem Slapstick-Humor, der den Film so erfolgreich machte. Die künstlerische Gestaltung fing den Cartoon-Charakter sehr gut ein, mit übertriebenen Animationen und diesem grünen Gesicht, das bei jedem Schlag verrückte Mienen schnitt. Technisch gesehen würde wohl niemand behaupten, dass dies der Höhepunkt des SNES war – so sehr, dass die Kritiker damals die Grafik bemängelten, da sie eher wie aus dem Jahr 1993 als aus dem Jahr 1995 wirkte –, aber das Charisma machte das wieder wett.

Einfach nur schwer, ganz im Stil der Zeit

Aber mal ehrlich: „The Mask“ war eine echte Herausforderung. Und hier kommt das Markenzeichen der 90er ins Spiel: Damals war ein hoher Schwierigkeitsgrad keine philosophische „Designentscheidung“, sondern ein Geschäftsmodell. Ein Spiel musste lang und gnadenlos sein, um dich bei der Stange zu halten, sonst hattest du es am Ende des Leihwochenendes durchgespielt und niemand hätte es noch einmal ausgeliehen. Das labyrinthartige Leveldesign machte die Sache nur noch schlimmer: Man verlor sich leicht auf der Suche nach dem Ausgang, lief immer wieder durch dieselben Gänge und kassierte Schaden von Gegnern, die immer wieder auftauchten. Selbst die Kritiker jener Zeit bemängelten, dass die Level zu groß und zu unübersichtlich waren. Für uns Kinder wurde das zu einer persönlichen Herausforderung: Wir gingen zurück zur Videothek, liehen das Spiel erneut aus und schworen, dass wir es dieses Mal bis zur Bank schaffen würden.

Warum Brasilien sich so liebevoll an dieses Spiel erinnert

Hier liegt der Clou der brasilianischen Nostalgie: Im Brasilien der 90er Jahre waren Spielkonsole und Spielkassette verdammt teuer. Fast niemand kaufte neue Spiele; wir liehen sie uns in der Videothek aus. Und die Videothek war eine Welt für sich: das Regal mit den Kassetten, der Anmeldezettel, das Feilschen mit dem Besitzer, um zwei Spiele zum Preis von einem zu bekommen, und das russische Roulette, einen Titel nur wegen des Covers auszuwählen. „The Mask“ hatte ein Cover, das geradezu „Nimm mich mit!“ schrie, mit Máskara, der dieses breite Grinsen zeigte. Zusammen mit dem Hype um den Film, der ständig in der „Sessão da Tarde“ lief und in den VHS-Verleihgeschäften nebenan zu sehen war, war es ein absoluter Renner. Viele aus meiner Generation haben „The Mask“ gespielt, ohne es zu Ende zu bringen, und trotzdem ist es uns emotional in Erinnerung geblieben. Es ist nicht das beste Plattformspiel für das SNES, aber es gehört auf eine Weise zu uns, wie es ein direkt gekauftes Spiel niemals könnte.

Kuriosität: Das Mega Drive ging leer aus

Ein Detail, das nur wenige kennen: Es gab Pläne, „The Mask“ auch für das Mega Drive/Genesis zu veröffentlichen, doch das Projekt wurde eingestellt. Die Super-Nintendo-Version brauchte länger als erwartet, bis sie fertig war, und als sie endlich erscheinen sollte, war es bereits zu spät, um noch vom Hype um die Filmlizenz zu profitieren. Das heißt: „The Mask“ ist ein ewiges Exklusivspiel für das graue Super Nintendo, und in Japan kam es erst Ende 1996 auf den Markt.

Lohnt es sich heute noch, das Spiel zu spielen?

Das hängt davon ab, wonach du suchst. Wenn du ein rundes, ausgewogenes und modernes Plattformspiel suchst, gibt es bessere Optionen. Aber wenn du gerne nach Relikten stöberst, über Slapstick-Humor lachst und dieses Kribbeln im Bauch bei altmodischem Schwierigkeitsgrad spüren möchtest, bietet „The Mask“ immer noch einen unterhaltsamen Nachmittag – am besten mit einem Save-State zur Hand, damit du angesichts des Labyrinths nicht ausflippst. Für alle, die die Ära der Videotheken miterlebt haben, ist es fast wie eine Zeitreise: Starte das Spiel, schnapp dir den Hammer, entfessle den Wirbelsturm und rufe „Somebody stop me!“. Niemand wird dich aufhalten, aber das Leveldesign wird es versuchen. Und ehrlich gesagt, das ist Teil des Reizes.